Selbststeuerung und Selbstmanagement

Selbstmanagement
Selbstmanagement ist die erlernbare Fertigkeit, die eigene berufliche und persönliche Entwicklung – trotz aller Erwartungshaltung von außen – selbst in die Hand zu nehmen. Selbstmanagement nutzt Managementtechniken, psychologische Erkenntnisse und Techniken der persönlichen Führung, um eigene Ziele herauszuarbeiten und die Motivation zu entwickeln, um diese Zeile zu erreichen.

Selbststeuerung / Selbstregulation für eine bessere Gesundheit
Bei der Selbststeuerung, -regulation oder Impulskontrolle hingegen handelt es sich um bewusste „Eingriffe“ in normalerweise unwillkürlich und unbewusst ablaufende, innere Prozesse.

In unserem unbewussten Verhaltensrepertoire haben wir i.d.R. nützliche situationsbezogene Verhaltensweise abgespeichert. So war es als Kind nützlich, sich in bestimmten Situationen den Anweisungen der Eltern bedingungslos unterzuordnen. Diese Erlebnisnetzwerke werden normalerweise in der Pubertät überlagert. Da wir nach der Pubertät aber häufig immer noch der Willkür der Eltern ausgesetzt sind, werden diese Netzwerke manchmal wieder reaktiviert.

Da kommt ein 19-jähriger spät abends nachhause und schleicht sich schuldbewusst in sein Zimmer, was bei den Eltern die Frage auslöst, „Junge, hast Du etwas getan, was wir nicht merken sollen?“. Ein typisches Beispiel für eine Verhaltensweise, die nicht angemessen ist und bei den Mitmenschen Irritation auslöst.

9 Jahre später regt er sich als vom Projektleiter geschätzter Teamleiter im Gespräch mit seinen Kollegen über tatsächlich unsinnige Anweisungen des PL auf und kündigt unter Zustimmung aller anderen vollmundig an, dies in der nächsten Projektbesprechung zur Sprache zu bringen. Doch im entscheidenden Moment bei der Projektbesprechung kommt zur höchsten Verwunderung seiner Kollegen … nichts. Vielleicht war es der Tonfall des PL, sein Blick oder die Befürchtung seine Wertschätzung – eine Autonomie-Loyalität-Zwickmühle – zu verlieren.

Wir sind täglich einer Vielzahl von Reizen und Erwartungen ausgesetzt. Und häufig verspüren wir den Drang sofort reagieren zu müssen. Wer kann schon cool bleiben, wenn das Phone in der Tasche den Eingang einer Nachricht durch einen Ton und eine Vibration anzeigt. Das ist gleich ein doppeltes Priming … wer hat es nicht schon selbst erlebt … die Hand zuckt unwillkürlich oder ideomotorisch in Richtung Tasche und das selbst dann, wenn ein anderes Phone bimmelt. Dies passiert u.a. auch, weil wir zu wissen glauben, dass viele Sender einer Nachricht eine unverzügliche Antwort fordern. So gibt es stets mehr oder weniger einladende „Angebote“, die zu einer Defokussierung bzw. Neufokussierung unserer Aufmerksamkeit führen. Dies nennt man auch Ambivalenzen oder Zwickmühlen.

Um diesen Zwickmühlen zu entgehen, können wir bewusst mit den unbewussten / unwillkürlichen Erlebnisprozessen in unserem Inneren arbeiten. Die Lösung dafür ist die Herstellung der „Geist-Seele-Körper“-Kooperation.

Dabei geht es nicht um Disziplinierung oder Kontrolle, denn was kann schöner sein, als mit der geliebten Gattin ein paar emotionale WhatsApp’s zu teilen und sich dabei einfach gut zu fühlen. Selbststeuerung bedeutet eben nicht, dass wir die Signale des Organismus / die Emotionen ausblenden und kühl und sachlich agieren, sondern gerade auf die Signale aus unserem Inneren wertschätzend hören und ihnen kognitiv Bedeutung geben, um auf dieser Basis Entscheidungen mit langfristig positiver (sozialer) Wirkung zu treffen, statt einem jähen Impuls mit kurzfristiger positiver aber schon mittelfristig negativer Wirkung nachzugeben. Eine achtsame, sinngeleitete Haltung übt zudem einen epigenetisch positiven Effekt aus, der das Risiko reduziert, zu erkranken.

Wichtig ist dabei, dass man der inneren „Seite“ seiner Persönlichkeit, die den verlockenden Einladungen Folge leisten möchte, nicht böse ist. Stattdessen kann man prüfen, ob sich hinter dem Signal aus dem Inneren ein nicht befriedigtes Bedürfnis verbirgt. Wenn der Organismus z.B. auf chronische Überbelastung mit stresstypischen somatischen Markern wie innerer Unruhe und Gereiztheit antwortet, kann man innehalten, um schlimmere Folgen zu vermeiden oder man kann zu Suchtmitteln greifen, um sich zu dämpfen oder sich aufzuputschen. Zweifelsohne ist es in diesem Fall besser, seine Endlichkeit zu erkennen, innezuhalten und sich Ruhe zu gönnen.

Das Bauchgefühl oder die Intuition, die Sprache des Unbewussten, sind also genau dann hilfreich, wenn wir sie mit Kognition verbinden und dann entscheiden – das ist vollkommene Selbststeuerung. Und Erkenntnisse der Neuroplastizität zeigen, dass wir das selbst im hohen Alter noch dazu lernen können. Gute Selbststeuerung stellt den inneren Kontakt zu uns selbst her und verändert das Verhalten hin zu einem gesunden, ausgewogenen Lebensstil. Wir nehmen und dann Zeit zum Ausruhen durch Bewegung in der freien Natur, um der Überbelastung zu entkommen. Durch die Selbstfürsorge, beginnen wir Glück wieder wahrzunehmen, Zuversicht und Gelassenheit zu spüren und selbstsicherer die Befriedigung er eigenen Bedürfnisse zu achten. Wenn wir uns mehr Zeit für uns selbst nehmen, um über unsere langfristige Entwicklung, unsere Ziele und Chancen nachdenken, dann kommen wir einer guten Selbststeuerung immer näher.

Wenn Sie sich jetzt zu sich sagen hören: „Theoretisch ist das ja alles schön und gut, ABER in MEINEM Fall ist alles anders und viel schwieriger, ich muss ihn eben überwinden, diesen inneren Schweinehund.“, dann rufen Sie mich einfach an und wir schauen mal, ob dieser Schweinehund es nicht vielleicht gut mit Ihnen meint: 05234 121 9102.

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